Ich war das Kind, das sich oft irgendwie falsch gefühlt hat, missverstanden, nicht richtig dazugehörend, immer einen halben Schritt neben dem, was von mir erwartet wurde.
Für viele Erwachsene war ich zu vorlaut, zu aufmüpfig, für manche auch zu autonom, zu willensstark, zu diskussionsfreudig. Andere Kinder haben sich entweder zu mir hingezogen gefühlt - ohne mein bewusstes Zutun - oder sie konnten mich nicht leiden. Später hörte ich oft: eigensinnig, besserwisserisch, unnahbar oder arrogant.
Mein Ausweg war Leistung. Wenn ich nur gut genug war, dachte ich, dann passt es irgendwie, dann kann ich sein wie ich will. Also habe ich funktioniert.
Das fiel mir auch nicht schwer. Lernen war für mich immer schon easy, neues Wissen flog mir quasi zu. Früh Verantwortung zu tragen war selbstverständlich und irgendwie gefiel ich mir wohl auch in dieser Rolle.
Den Anspruch an mich habe ich hochgeschraubt und den an
anderer gleich mit. Das hat eine ganze Weile getragen, bis weit ins Erwachsenenalter hinein. Und dann nicht mehr.
Erst spät habe ich verstanden, dass ich mir selbst treu bleiben darf. Das klingt einfach. Ist es aber nicht. Nichts ist herausfordernder, als man selbst zu sein in einer Welt, die einen ständig anders haben will.
Meine Gesundheit hat mir irgendwann den Spiegel hingehalten. Ich habe einen hohen Preis gezahlt. Mein Körper hat irgendwann die Rechnung
präsentiert und mich gezwungen, hinzusehen. So geht es nicht weiter.
Diese Erkenntnis hat mich damals schwer getroffen, und sie hat mich ehrlich mir selbst gegenüber gemacht.
Rückblickend bin ich dafür dankbar. Denn ab da ging es nicht mehr darum, besser zu funktionieren. Es ging darum, mich selbst endlich ernst zu nehmen.
Diesen Umweg wünsche ich keinem Kind.
Imaginäre Rucksäcke packt man früh im Leben.
Warum tue ich heute was ich liebe und liebe was ich tue?
Es gab nicht diesen einen Moment, in dem alles klar wurde. Es war eher ein leises Wissen, das irgendwann nicht mehr zu überhören war: Ich möchte nicht erst mit Erwachsenen arbeiten, die schon einen ganzen Rucksack voller Selbstzweifel und alter Glaubenssätze mit sich herumschleppen.
Ich möchte früher ansetzen. Bei den Kindern, die ihren Rucksack noch regelmäßig ausräumen können. Die lernen dürfen, unnützen Kram gar nicht erst einzupacken. Die mit Leichtigkeit durchs Leben gehen, weil sie wissen, wer sie sind.
Und dafür braucht es starke Erwachsene an ihrer Seite. Erwachsene, die sich selbst kennen und die eigene Geschichte nicht unhinterfragt weiterreichen. Deshalb arbeite ich immer mit beiden Seiten.
Was ich mitbringe, ist schwer in einem Wort zu fassen.
Ich bringe inneres Wissen auf den Punkt, das vorher nur als diffuses Gefühl da war. Ich stelle oft genau die Frage, die noch keiner gestellt hat. Und ich habe eine ziemlich gute Intuition für die wahren Bedürfnisse und
Beweggründe hinter einem Verhalten.
Bei mir gibt es keine Rezepte von der Stange. Es gibt dich, dein Kind und einen ehrlichen Blick auf das, was wirklich los ist. Dazu fachliche Kompetenz, klare Worte und genug Humor, damit es sich aushalten lässt.
Du bist keine schlechte Mutter und kein schlechter Vater. Dir fehlt nur ein
Stück Information.
Und genau dabei möchte ich dich gern unterstützen.